Begemann
Wo der Name herkommt   
 
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Ursprüngliche Wohnorte:

Vlotho:
Hollwiesen

Bad Salzuflen:
Salzuflen
Voßhagen*
Werl
Wüsten

Lemgo

Detmold

Dörentrup:
Bega*
Betzen*
Humfeld*
Schwelentrup*

Extertal:
Asmissen
Bösingfeld
Schönhagen

Barntrup:
Alverdissen

Lügde:
Niese

Blomberg

Braunschweig*

Einbeck
Stadt Einbeck*
Bartshausen*

Bovenden
in der
Herrschaft Plesse*

Scharnebeck
Lüdersburg*

* In diesen Orten ist der Name Begemann bereits vor 1500 erwähnt.


Details für Experten

Die früheste Erwähnung des Namens Begemann findet sich nicht in einem lippischen Dokument, sondern in einer Urkunde der "Herrschaft Plesse" bei Northeim an der Leine. Darin wird ein Dietrich Begemann, Bürger in Einbeck, benannt. Das Original wird im Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv Hannover verwahrt und datiert vom 9. Februar 1424. Weitere Urkunden des 15. Jahrhunderts verbinden den Namen Begemann auch mit der Stadt Braunschweig.
Eventuell spielt eine Rolle, dass es zwischen den Herrschaften Lippe und Braunschweig-Grubenhagen im - heute - südlichen Niedersachsen zu dieser Zeit dynastische Verbindungen gab.

Die älteste spätmittelalterliche Fundstelle für Lippe befindet sich im Archiv des Klosters St. Marien Lemgo, wo um 1450 die Abgaben eines Hans Begemann in Betzen registriert wurden. Ebenfalls aus dieser Zeit, nämlich von 1465, ist das
Güterverzeichnis des Klosters Möllenbeck bei Rinteln an der Weser überliefert, wo aus demselben Ort der Godeke Beghemann to Betzen mehrfach erwähnt ist.

Beghe nannte man den kleinen Wasserlauf, der dort durch das nordlippische Hügelland fließt. Beghe hieß zur damaligen Zeit auch der an der Beghe gelegene Kirchort. Im heutigen Familiennamen Begemann hat sich diese mittelalterliche Form erhalten. Orts- und Gewässername änderten sich dagegen in der Neuzeit zu Bega.

Sprachlich ist der Gewässername wesentlich älter als der Ortsname und bezeichnet ein trübes, eher schlammiges Wasser. Die manchmal zu lesende Bedeutung eines "sich biegenden" Gewässers gilt nach aktuellem Forschungsstand als abwegig.

Details für Experten

Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts sind es mindestens 17 Orte, in denen Wohnstätten mit dem Namen Begemann belegt sind. Fast ausnahmslos lagen sie im Einflussbereich der Grafen von Sternberg, eines um 1400 ausgestorbenen Adelsgeschlechts, dem die lippischen Grafen und späteren Fürsten nachfolgten.

Im Kern handelt es sich um die Gebiete der heutigen Gemeinden Bad Salzuflen, Dörentrup, Extertal und Barntrup, gelegen im Norden des Landkreises Lippe (Kreisstadt Detmold, Autokennzeichen LIP).

Lippe ist Teil des niederdeutschen Sprachraumes, wo viele ältere Leute noch "Platt" sprechen. Die niederdeutsche Sprache hat hier eine typische Lautbildung. Nachfolgend eine Hörprobe im Format mp3 von 25 sec Länge:


 

  Das akustische Textzitat ist entnommen aus: "Singendes, klingendes Lipperland" , Lippischer Heimatbund, Detmold
 
 

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